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Weitere Aufgaben zum Buch Geschäftliche Texte erstellen, insbesondere im Zusammenhang mit Verträgen

 

Einleitung

Die Lösungen finden Sie im Dokument „Lösungen“.

Im Kopf der Aufgabe wird angegeben, wenn die Aufgabe schwer und/oder it-spezifisch ist.

Sie finden die Lösungen diesen Aufgaben in Teil 2.

 

Zu Kapitel 2

Aufgabe 2-1   Einen Gedanken formulieren: Erarbeiten  Sie zunächst ein Konzept im Kopf und erstellen Sie dann erst den Text
(schwer, it-spezifisch)

Ein Interessent fordert von mehreren Anbietern verbindliche Angebote für die Einführung von kommerzieller Standardsoftware zu einem Festpreis an. Er gibt ein Pflichtenheft vor, das die geforderten Funktionen stichwortartig aufführt. Er verlangt, dass Sie als Anbieter erklären, dass Ihr Angebot seine Anforderungen erfüllt. Ende! Die Anbieter sollen jetzt keine Gespräche zur Klärung der Anforderungen vorschlagen.

Solche Kunden machen später häufig Schwierigkeiten: Sie geben ihre Anforderungen wie in diesem Fall zwar nur in Stichworten vor, erwarten aber im Ergebnis, dass die Funktionen in der Standardsoftware genau so realisiert sind, wie sie das in ihrem Betrieb brauchen. (Vernünftigerweise sollten Kunden erst einmal ermitteln, wer wohl der passendste Anbieter ist, und dann mit diesem ihre Anforderungen durcharbeiten. Genau diese Phase und die damit verbundenen Kosten wollen solche Kunden sich aber meist ersparen.)

Ihr Vorgesetzter wünscht, dass Sie trotz dieser Unklarheiten ein solches Angebot erstellen und gegenüber dem Kunden dezent schriftlich darauf hinweisen, wie die Rechtslage bei stichwortartigen Anforderungen ist, nämlich dass der Kunde bei dieser Vorgehensweise keinen Anspruch auf die genannten Funktionen in jeweils der Ausprägung hat, die er später wahrscheinlich verlangen wird.

Der Hinweis soll später Ihre Kollegen bei der Projektdurchführung helfen, solche Ausprägungen von Anforderungen, die in Ihrer Software nicht abgebildet werden können, auf geschäftlicher Ebene eher abzulehnen. Diese sollen darauf hinweisen können, dass Ihre Firma den Kunden schon vor Abschluss des Vertrags darauf hingewiesen habe, dass dieser darauf keinen Anspruch habe. – Auf rechtlicher Ebene könnten ihre Kollegen zwar solche Anforderungen ablehnen. Das würder aber die Konfrontation innerhalb des Projekts verschärfen.

Zusatzfrage: Wo wollen Sie diesen Text unterbringen (im Angebot oder in einem sich Anschreiben dazu)?

 

Zu Kapitel 3

Aufgabe 3-1   Was ist gewollt?

 

(1) In einem Vertrag über die Überlassung von Software und Anpassungsprogrammierung heißt es:

"Die Vergütung für die Erstellung des Schnittstellenprogramms beträgt € 50.000.

Für jede Überlassung des Schnittstellenprogramms an einen anderen Anwender erstattet der Auftragnehmer dem Kunden € 10.000."

Wie viel hat der Auftragnehmer zu zahlen, wenn es zum sechsten Verkauf gekommen ist?

 

(2) Weiterhin heißt es in dem Vertrag:

"Wir erstellen die folgende kundenspezifische Anpassung: GEGENSTAND

Konzeption                               2 Tage

Realisierung des Programms    5 Tage

Für unsere Dienstleistungen bieten wir Ihnen folgende Tagessätze an: ......"

Tatsächlich benötigt der Auftragnehmer 9 Tage und stellt 9 Tage in Rechnung. Bei einem Festpreis ist der Auftragnehmer dazu berechtigt, bei Vergütung nach Aufwand mit einem Kostenvoranschlag ist er es nicht.

Was liegt vor?

 

Zu Kapitel 4

Aufgabe 4-1   Was soll die Rechtsfolge sein?
(schwer, it-spezifisch)

In einem Pflegevertrag mit einer monatlichen Vergütung von mehr als € 10.000/Jahr hieß es: „Der Auftragnehmer wird die beiden letzten Versionen pflegen.“

Was soll gelten, wenn der Kunde nach Freigabe einer neuen Version die drittletzte Version weiterhin einsetzt?

Es geht nicht darum, dass Sie die richtige Antwort/Rechtsfolge finden. Sie sollen nur überlegen, welche verschiedenen Rechtsfolgen in Betracht kommen, weil sie sachgerecht sind. Das soll Ihnen einen Eindruck davon vermitteln, dass die Rechtsfolge einer Regelung längst nicht immer eindeutig ermittelt werden kann.

 

Aufgabe 4-2   Unternehmerische (Kaufmännische) Bestätigungsschreiben richtig formulieren

Ein Kunde hat umfangreiche Schadensersatzansprüche geltend gemacht. Der Geschäftsführer des Auftragnehmers hat mit dem Geschäftsführer des Kunden telefoniert und eine Einigung erzielt. Deswegen schreibt er wie folgt.

„Ich darf unser heutiges Telefongespräch wie folgt zusammenfassen. Wir kommen im Hinblick auf die weitere gute Zusammenarbeit mit Ihrem Haus Ihrem Wunsch entgegen, einen Teil der Mehraufwendungen zu übernehmen. Sie erhalten beiliegend eine Gutschrift über € XX.XXX. Mit der Annahme dieser Gutschrift, die Sie bitte mit offenen Rechnungen von uns verrechnen, bestätigen Sie, dass hiermit alle Schadensersatzansprüche, die Sie bisher geltend gemacht haben, erloschen sind.“

Der Geschäftsführer gibt Ihnen diesen Text zur Kontrolle.

Welche Änderungen halten Sie für zwingend oder wenigstens für angebracht?

 

Aufgabe 4-3   Preise richtig formulieren

In einem Angebot steht die folgende Zusammenfassung der einzelnen Positionen:

Tätigkeit Tagessatz Tage Betrag
1 Anforderungsanalyse 1.000 10 10.000
2 Modifikationen 1.000 optional
3 Implementierung geschätzt 1.000 20 20.000
4 Schulung 1.000 15 15.000
5 Datenübernahme 1.000 nach Aufwand
6 Reisekosten für 35 Tagen geschätzt 7.000
Gesamtpreis 52.000

 

(1)  Beinhaltet das Angebot einen Festpreis? Wenn ja, für welche Positionen?

(2)  Wie wird der Kunde das nach Abschluss des Vertrags sehen?

(3)  Formulieren Sie die Zeile "Gesamtpreis" so, dass sie die einzelnen Zeilen definitiv nicht beeinflusst.

(4) Soweit Sie zu (1) von einem Festpreis ausgehen:

(4.1)  Wie viele Tage sind für Anforderungsanalyse maximal zu erbringen?

(4.2)  Wie viele Tage Schulung sind maximal zu erbringen?

(4.3)  Formulieren Sie einen eindeutigen Festpreis für die Positionen 1, 4 und 6 (auch wenn nicht alle Reisen zu den genannten Positionen gehören). Stellen Sie klar, dass Sie auf jeden Fall nicht mehr als 15 Tage Schulung erbringen und für diese auf jeden Fall € 15.000 in Rechnung stellen wollen.

 

Zu Kapitel 5

Aufgabe 5-1   Verbessern Sie die folgenden Formulierungen in einem Vertragsentwurf
(it-spezifisch)

Die Vertragspartner hatten den Dienstleistungsaufwand des Auftragnehmers für ein Projekt über die Einführung von Standardprogrammen vor Abschuss des Vertrags gemeinsam geschätzt. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses war die Projektorganisation beim Kunden noch nicht festgelegt, und es waren noch keine Mitarbeiter benannt worden (auch wenn es im Vertragsentwurf anders heißt).


Unter "Projektvoraussetzungen" hieß es im Vertragsentwurf:

"Der jeweilige gemeinsam geschätzte Beratungsaufwand ist abhängig von der notwendigen erforderlichen Funktionalität, die in der entsprechenden Projektarbeit noch detailliert werden muss, sowie von der Mitarbeit und der Verfügbarkeit von Mitarbeitern des Kunden (Fachabteilung und Informatik) für die Fachthemen als auch für die Programmierleistungen. Sollten sich im Projektverlauf neue Erkenntnisse (zusätzliche Prozesse, Funktions-erweiterungen, zusätzliche Schnittstellen, Auswertungen u.a.) ergeben, die die Aufwände (geplantes Budget) möglicherweise beeinflussen, so werden wir rechtzeitig darauf hinweisen, um entsprechende Korrekturen oder Projektabgrenzungen zur Entscheidung zu bringen.

Die Projektorganisation ist festgelegt. Die Projektleitung seitens des Kunden und die Benennung der Mitarbeiter der Fachabteilungen und der Informatik ist erfolgt."

Schreiben Sie den Text um, so das er verständlich wird.

Wie können Sie darauf eingehen, dass der Kunde dem Auftragnehmer noch nichts über die Projektorganisation und seine Mitarbeiter mitgeteilt hat?

 

Aufgabe 5-2   Zu komliziert und zu günstig für den Kunden
(it-spezifisch)

Der Vertrag sieht zur Anpassungsprogrammierung vor:

„Den Vertragspartnern ist bezogen auf diese Leistungen in besonderem Maße bewusst, dass im Zusammenhang mit bestimmten Funktionen noch Einschränkungen/Verkleinerungen der bestellten Leistungen erforderlich sein werden. Aus diesem Grund wird der Auftragnehmer besonders intensiv und detailliert mit dem Kunden Abstimmungen durchführen, um zu vermeiden, dass später bereits vergeblicher Aufwand angefallen ist, wenn der Kunde als nicht benötigt erkannte Leistungen abbestellt."