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EVB-IT Systemlieferung: Die Preisformen



Schieben Sie erst einmal den „Auftragswert“ zur Seite. Er ist laut Begriffsbestimmung unwichtig.

Nr. 1.2 des Systemlieferungsscheins sieht drei Preisformen vor, die sich auf die Lieferung und auf den Systemservice beziehen, nämlich

  • einen Pauschalfestpreis, bei dem die Anteile (für einzelne Leistungspositionen) nicht gesondert ausgewiesen werden,
  • einen Pauschalfestpreis, bei dem die Anteile gesondert ausgewiesen werden,
  • keinen Pauschalfestpreis. Die Vergütungen für die einzelnen Leistungsbereiche werden gesondert ausgewiesen ("gesonderte Preise").

Mit der dritten Form, den gesonderten Preisen, kann einigermaßen einfach gearbeitet werden. Dann haben Sie nur noch das Problem, dass Sie die Vergütung innerhalb einer Position nicht differenzieren können, beispielsweise die Dienstleistungen zur Herbeiführung der Betriebsbereitschaft oder die für die Migration der Altdaten nicht teils zu festen Preisen und teils gegen Vergütung nach Aufwand vereinbaren können.

Es gibt darüber hinaus zwar die Möglichkeit, die einzelnen Vergütungen in einer "Vergütungszusammenstellung" als Anlage aufzuführen. Das entspricht aber nur einem Preisblatt und ermöglicht nicht, differenzierte Regelungen zu treffen. Diese Anlage kann allerdings - leicht gegen das Konzept der EVB-IT Systemlieferung verstoßend - dahingehend genutzt werden, dass das Angebot des Auftragnehmers als Anlage verwendet wird, in dem die Vergütung differenziert aufgeführt wird und soweit möglich auch zusammengefasst werden kann.

Wer einen der beiden Pauschalfestpreise vereinbaren will, hat Schwierigkeiten, den Systemlieferungsschein auszufüllen. Der Pauschalfestpreis mit gesondertem Ausweis wird im Systemlieferungsschein nämlich nicht berücksichtigt. Man kann ihn nur so abbilden, dass man ihn in Nr. 1.2 ankreuzt und dann in den weiteren Abschnitten die Anteile (=Einzelpreise) in denjenigen Blöcken aufführt, die für die gesonderten Preisen (dritte Form) vorgesehen sind. Indem man in Nr. 1.2 den Block für den Pauschalfestpreis mit Ausweis der Einzelpreise ankreuzt, wird festgelegt, dass die Einzelangaben sich auf ihn beziehen.

Bei beiden Pauschalfestpreisen stellt sich das Problem, dass es sinnvoll sein kann, einzelne Vergütungen aus diesen heraus zu nehmen. Das gilt insbesondere für den Systemservice: Dieser kann nur dann innerhalb eines Pauschalfestpreises vereinbart werden, wenn er eine bestimmte Laufzeit hat, sodass sich die Gesamtvergütung für ihn ermitteln lässt. Das ist in der Praxis häufig nicht gewollt.

Deswegen ist bei beiden Pauschalfestpreisen vorgesehen, dass einzelne "Vergütungen" aus dem Pauschalfestpreis herausgenommen werden können und neben ihm zu zahlen sind. Dazu muss in Nr. 1.2 wiederum ein Kästchen angekreuzt werden.

Das ist bei einem Pauschalfestpreis ohne gesonderten Ausweis der Anteile einfach durchzuführen.

Bei einem Pauschalfestpreis mit Ausweis der Anteile ergibt sich, dass eine Preisangabe zugleich den gesonderten Ausweis innerhalb des Pauschalfestpreises beinhaltet und eine gesonderte Vergütung neben ihm. Das ist ein Widerspruch.

Die Lösung besteht darin, dass man bei denjenigen Positionen, die neben dem Pauschalfestpreis vergütet werden sollen, die Worte „gesonderte Vergütung“ ergänzt. Außerdem sollte man dann eine Vergütungszusammenstellung vorsehen, aus der sich ergibt, welche Vergütungen neben dem Pauschalfestpreis zu zahlen sind.